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Wenn man neu beim Online Schafkopfen ist, bieten sich eigentlich nur lange Tische an. Lange Tische heißt, dass 8 Karten ausgeteilt werden. Es kommt im Gegensatz dazu noch einen kurzen Tisch bei dem nur 6 Karten ausgeteilt werden. Das Spiel bei kurzen Tischen ist komplett anders!

  1. Man braucht mehr Trümpfe um zu spielen: Für ein Spiel braucht man in der Regel 5 Trümpfe. Nur in ganz seltenen Fällen kann man auch mit weniger Trümpfen gewinnen. Der Grund hierfür ist, dass das Kartendeck deutlich reduziert ist (insgesamt sind 4 x 2 weniger Karten im Spiel). Die Karten, die weniger im Spiel sind, sind nicht Trümpfe oder 7 und 8. Das heißt, das ganze verschiebt sich zugunsten der Trümpfe. Der Anteil an Trümpfen ist bei kurzen Tischen also höher. Deshalb braucht man für ein Spiel auch mehr Trümpfe.
  2. Spieler sind meistens frei. Ein Sauspiel ist bei kurzen Tischen schwierig, denn die Sau geht fast nie durch. Überlege einmal: Du spielst mit dem Gras König auf die Blaue. Jemand such mit dem Zehner. Nun muss der andere Spieler den Neuner und dein Mitspieler die Sau haben – nur so geht die Sau durch. Hat alleine schon einer der Spieler zwei Gras, ist einer frei und kann die Sau zusammen stechen.
  3. Die Spiele sind schneller: Das Spiel ist bereits nach 6 Stichen beendet und nicht erst nach 8.
  4. Die 2 Stiche Regel zählt. Wenn du ein Spiel hast und 2 Stiche nicht machen kannst, solltest du dennoch spielen weil die 2 Stiche für die Gegner meist nicht ausreichend sind.

Soll ich kurz oder lang spielen?

Natürlich ist diese Frage nicht pauschal zu beantworten. Manche Spieler können an kurzen Tischen nichts anfangen weil sie lange gewöhnt sind und umgekehrt. Die Action an kurzen Tischen ist allerdings bedeutend größer. Es gibt mehr Möglichkeiten Fehler zu machen und diese natürlich auszunutzen. Deshalb sind für mich kurze Tische einfach die besseren und deshalb richtet sich der Großteil der Schafkopf Schule an kurze Tische.

Ich weiß, dass ich auf Online Schafkopfen etwas unorthodox mit den Begriffen bin, aber ich denke, dass irgendwann mal ein eindeutiges Regelwerk aufgestellt werden muss. Die Bezeichnungen variieren stark vom Norden zum Süden in Bayern und gerade beim Schafkopfen im Internet sollte sich eine einheitliche Fachsprache durchsetzen. In diesem Artikel beschreibe ich den Prozess eines Spiels und versuche dabei auf die wichtigsten Begriffe einzugehen.

Erste Hand

Als erste Hand bezeichnen wir die erste Hälfte der Karten, die wir ausgeteilt bekommen. Bei einem kurzen Tisch sind das 3 und bei einem langen Tisch 4. Bereits hier kann man wichtige Entscheidungen treffen und zwar ob man Klopfen soll oder nicht. Beim Klopfen verdoppelt man die Punktzahl am Ende und das kann nicht unerheblich sein. Stell dir vor es klopfen 3 Spieler am Tisch, dann ist das Spiel gleich viermal teurer!

Es gibt zum Glück nicht allzu viel worauf du beim Klopfen achten sollst. Generell gilt, je besser deine Hand und je besser deine Position, desto eher solltest du Klopfen. Das ist natürlich alles relativ. Bei 2 Ober und 1 Unter klopfst du natürlich, das ist keine Frage. Aber solltest du auch mit einem Unter, einer Eichel Sau mit Eichel Zehner klopfen? Ich würde es nur tun wenn ich rauskomme, denn das sind beste Voraussetzungen für einen Wenz, den man locker gewinnen kann wenn man rauskommt.

Eine Hand wie Herz Ober, Herz Achter und Eichel Sau ist meiner Meinung nach in keiner Position gut Genug zum klopfen.

Spielen oder nicht?

Nachdem sich die Entscheidung erledigt hat, ob man Klopfen soll oder nicht, kommt die neue Frage ob man spielen soll oder nicht bzw. was man spielen soll. Das ist natürlich nicht in Kürze zu beantworten. Ob bzw. was du spielen sollst hängt davon ab wie gut deine Hand ist, in welcher Position du dich befindest, ob die Spieler vor dir spielen möchten, wie häufig geklopft wurde und noch ein paar anderen Faktoren.

Spritzen bzw. aufstellen

Wenn die Entscheidung gefallen ist wer spielen soll, stellt sich manchmal die Frage ob man ein Kontra geben soll, oder vielleicht sogar ein Re wenn jemand anders ein Kontra gibt. Einfaches Beispiel: Du möchtest einen Wenz spielen, jemand gibt ein Kontra. Solltest du ein Re geben? Das solltest du nur tun wenn du dir sicher bist, dass du gewinnen wirst. Ansonsten kann das sehr teuer werden, vor allem wenn bei der ersten Hand schon aufgestellt wurde.

Alle weiteren Entscheidungen fallen dann im Spiel selbst. Das heißt welche Karte du ausspielen sollst bzw. welche Karten du überhaupt spielen sollst.

Die Position spielt beim Schafkopf eine sehr wichtige Rolle und wird von den meisten Spielern total vernachlässigt und teilweise sogar ignoriert. Die meisten schauen nur auf die Karten und entscheiden ob sie spielen oder spritzen. Das ist allerdings nicht ausreichend und gerade bei Wenz oder Geier ist die Position oft fundamental. Doch auch beim Solo oder Farbwenz ist die Position wichtig.

Grundsätzlich fängt man natürlich immer beim Spieler an, der heraus kommt. Das ist der Ausspieler. Dann geht man im Uhrzeigersinn weiter. Der Spieler links vom Ausspieler ist der Spieler in 1. Position, der nächste der Spieler in 2. Position und der nächste der Spieler in letzter Position. Dieser kommt hinten drauf wie man so schön sagt.

Im Allgemeinen ist es am Güngigsten der Ausspieler zu sein. Zumindest wenn man selbst spielt, kann man direkt Trumpf anspielen und das Spiel dominieren. Die zweitbeste Position ist die letzte Position. Wenn man hinten drauf kommt, hat man viele Vorteile, egal ob man Spieler ist oder nicht.

Die beiden anderen Positionen sind ziemlich gleichwertig wobei die 1. Position wohl am schwierigsten zu bespielen ist. Man kann nur reagieren und hat noch zwei Spieler hinter sich, so dass man oft nicht weiß was los ist. Angenommen man spielt ein Solo und ist in 1. Position. Der Ausspieler spielt eine Sau aus, man selbst ist frei. In zweiter Position muss man dann schon einen guten Trumpf spielen um sicher zu sein den Stich zu machen und falls nicht: sehr teuer zu machen. Kommt man hingegen hinten drauf, kann man die Sau vielleicht sogar mit dem Trumpf Zehner stechen und meist schon über 30 Punkte einstecken – das ist in zweiter oder dritter Position nicht unbedingt möglich, zumindest sehr riskant wenn man es tut!

Du musst die Position beim Schafkopfen ständig im Kopf behalten. Du darfst nicht in allen Positionen gleich spielen. Es gibt Spiele, die sind eine absolute Oma wenn man raus kommt, aber nicht gewinnbar wenn man nicht rauskommt!