Die Pessimisten verlieren langfristig

Friday, December 12, 2014

Eben ein ganz einfaches Sauspiel als Gegenspieler ohne 4 verloren mit 44 Augen. Eigentlich ein ganz gewöhnliches Spiel, wenn mein Mitspieler nicht wieder meckern müsste. Sein Problem: Ich habe geklopft. Und das mit Eichel Unter, Herz und Schellen Unter und der Herz Sau. Was fällt mir eigentlich ein da zu klopfen? Um eine Karte wäre es ein ganz klarer Schneider Wenz geworden, aber so findet man sich eben in einem Sauspiel gegen einen übermächtigen Gegner.

Was ich damit eigentlich sagen will: Wenn jemand tatsächlich nicht klopft bei 3 Unter und der Herz Sau sollte sich ganz schnell ein anderes Spiel suchen. Das ist ungefähr so als würde man auf einer freien Autobahn mit 80 fahren weil ja irgendwo ein Reh (oder eine Schellen Sau) auftauchen kann. Natürlich kommt man auch mit 80 ans Ziel, aber man verliert eben sehr viel Zeit. Genauso ist es wenn man mit so einer Hand nicht klopft weil man Angst davor hat in ein Solo oder ein Sauspiel ohne 4 zu laufen. Wenn man ständig die Monster unterm Bett sucht, sollte man lieber ein Spiel ohne Ungewissheit und vollständiger Information spielen. Schach zum Beispiel. Oder vielleicht gleich etwas ganz anderes machen wie eine Fernsehserie anzuschauen, die man schon 100 mal gesehen hat. Denn da passiert wenigstens nichts unerwartetes.

Das Traurige ist, dass sich diese Spieler darin bestätigt sehen. Sie sind dann die ersten, die auf einen losgehen wenn man verliert und natürlich das doppelte zahlen muss. Sie übersehen aber all die Male wo sie Punkte liegen lassen weil sie eben nicht geklopft haben – aus Feigheit. Deswegen wird auch so ein Spieler niemals selbst auf die Idee kommen etwas falsch gemacht zu haben. Er sieht eben nur das was er sehen will und was ihn in seiner Annahme bestätigt.

Viel wahrscheinlicher als in ein Sauspiel oder ein Solo ohne vier zu laufen (letzteres ist sowieso extrem unwahrscheinlich und wenn man so etwas fürchtet hat man wirklich nichts am Tisch zu suchen) ist allerdings dass man selbst spielt. Entweder mit einem eindeutigen Wenz (die Unter müssen nicht verteilt sein bei 3 Untern), einem Solo oder zur Not ein einfaches Sauspiel. Letzteres hätte ich natürlich gespielt wenn ich Position gehabt hätte und der eigentliche Spieler nicht schon spielen wollte.

Unterm Strich bleibt Schafkopf ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten und vor allem Unsicherheit. Mal abgesehen von sehr wenigen Situationen weiß man nie wie die Karten verteilt sind und wie das Spiel läuft. Noch viel weniger weiß man wie die zweiten vier Karten aussehen, die man bekommt. Wenn man aber aus dem Grund der Unsicherheit keine klaren Entscheidungen mehr trifft, kann man langfristig nur verlieren.