Fundamental Theorem of Schafkopf

Sunday, November 28, 2010

Das ist etwas was ich beim Pokern gelernt habe und was auch aufs Schafkopfen angewendet werden kann. Die Regel ist ganz einfach, aber wird trotzdem von vielen Spielern nicht beachtet:

Jedes Mal wenn du anders spielen würdest wenn du die gegnerischen Karten sehen kannst, begehst du einen Fehler nach der Fundamental Theorem of Schafkopf. Jedes Mal wenn du genauso spielen würdest als könntest du die gegnerischen Hände sehen, spielst du perfekt

Das klingt vielleicht etwas verwirrend, ist aber ganz einfach. Wir nehmen mal an du würdest alle Karten am Tisch sehen können. Es wird ganz normal gespielt, nur hast du die Computer der Gegner gehackt und kannst die Karten sehen. Das geht natürlich nicht, wir nehmen es aber einmal an. Wenn du die Karten siehst, kannst du perfektes Schafkopf spielen. Du würdest keine Fehler begehen (außer du bist zu blöd ;) ). Wenn du jetzt aber die Karten nicht mehr sehen kannst und spielst anders im Vergleich zu dem Fall, dass du sie sehen kannst, dann machst du einen Fehler.

Machen wir ein einfaches Beispiel: Der Solo Spieler spielt beim ersten Stich den Eichel Unter aus, du hast den Gras Ober und bist in 1. Position. Sollst du ihn gleich stechen oder deine Trumpf Sau schmieren? Wenn du weißt, dass einer deiner Mitspieler nach dir entweder Herz oder Schellen Ober hat, dann solltest du schmieren. Wenn aber nicht, solltest du stechen. Wenn du jetzt die Karten deiner Mitspieler sehen kannst, würdest du perfekt spielen. Du wüsstest ob du stechen musst oder nicht. Nun kannst du aber die Karten nicht sehen. Und wenn du jetzt anders spielst, spielst du nicht mehr perfekt. In diesem Fall würdest du zum Beispiel Schmieren obwohl deine Mitspieler nicht stechen können – nicht gut. Oder du würdest den Stich nehmen obwohl dein Mitspieler den Stich nehmen muss, weil er nur einen Trumpf, nämlich den Herz Ober hat – auch nicht gut. Beides sind Beispiele für nicht-perfektes Spiel. Diese Fehler hättest du nicht gemacht, wenn du die Karten deiner Mitspieler gesehen hättest.

Die Fundamental Theorem of Schafkopf ist also eine Möglichkeit die Entscheidungsqualität am Tisch zu messen.

3 Comments

  1. Bert says:

    David Sklansky gelesen?

  2. David says:

    Ich habe ein Frage zu der Fundamental Theorem of Schafkopf. Wie soll das funktionieren? Man kann doch in beschriebenem Beispiel nur mutmaßen, welche Karte nun die richtige wäre. Letztendlich spielt man ja eben nicht mit offenen Karten und kann sich gar nicht sicher sein. Inwieweit trägt nun das Fundamental Theorem of Schafkopf dazu bei, die Entscheidung zu vereinfachen?
    LG,
    David

    1. Rulersepp says:

      Hi David,
      was klar sein muss ist, dass die Fundamental Theorem nur ein theoretisches Konstrukt ist das dir im Nachhinein dabei helfen kann die Qualität deiner Entscheidung zu beurteilen. Eigentlich geht es dabei nur um Spieltheorie: Wenn du die Karten kennen würdest, würdest du so und so spielen. Das wäre dann die absolut korrekte Spielweise. Da du die Karten aber in den meisten Fällen nicht kennst, kommt Unsicherheit ins Spiel und daher sieht deine Entscheidung meistens anders aus. Und genau diese Abweichung gibt die Qualität deiner Entscheidungen an.
      Es ist also kein Werkzeug mit dem man unter dem Spiel seine Entscheidungen verbessern könnte sondern eine Erklärung warum manche Spieler langfristig gewinnen und andere langfristig verlieren.

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