Folgende Situation:

Wir sind in letzter Position mit 2 Laufende, Eichel Unter, Sau und Spotzen und Spotzen. Eigentlich ein perfektes Schellen Solo. Aber auch nur weil wir hinten drauf kommen. Denn in den meisten Fällen spielt er Herz oder Eichel aus und in den Stich können wir dann meistens mit der Schellen Sau nehmen. Das sind schonmal mind. 25 Punkte in den Meisten Fällen. Wenn er Gras ausspielt, verlieren wir ungefähr 25 Punkte, haben dann aber nur noch Trümpfe, können den nächsten Stich mit dem Eichel Unter nehmen, 2 Laufende ausspielen und verlieren höchstens noch 1 Stich im Normalfall.

Natürlich ist das auch ein Solo wenn wir ausspielen. Aber in 1. oder 2. Position ist es schon alles andere als eindeutig. Wobei die beiden Laufenden die Situation schon sehr gut machen, so dass man in den meisten Fällen auch dann ein Solo spielen kann.

Folgende Situation:

Wir sind in 1. Position und nicht allzu schlecht aufgestellt. An ein Solo ist dennoch nicht zu denken, vor allem weil die Position zu ungünstig ist. Ein Herz Solo hat natürlich mehr Ertrag wenn wir gewinnen, aber es ist immer eine sehr knappe Geschichte und wahrscheinlich gewinnen wir damit nichtmal zu 60 % oder so in etwa. Da sollte man lieber ein Sauspiel vorziehen. Das gute an einem Sauspiel ist auch, dass man immernoch die Chance auf 5 Laufende hat. Natürlich ist das unwahrscheinlich, aber die Chance ist gegeben. Und dann siehts nach Schneider Schwarz und einem dicken Gewinn aus.

Das Hauptproblem beim Solo ist, dass wir zum einen einen Spotzen haben mit dem Eichel Neuner. 1 Spotzen geht grundsätzlich schon, wenn man dann auch nur noch einen weiteren Stich verliert. Dann reicht es. Aber Eichel Ober und Schellen Ober ist das Problem. Angenommen er spielt eine Sau aus und wir bekommen den 1. Stich mit dem Eichel Unter. Dann spielen wir den Alten, müssen dann Schellen Ober spielen und werden vermutlich nicht beide anderen Ober ziehen können. Das heißt, dass es am Ende ziemlich sicher auf 3 Stiche hinaus läuft – nicht gut genug für ein Solo.

Wenn wir jetzt rauskämen, sieht es wieder anders aus. Dann können wir vom ersten Stich an Trümpfe ziehen und müssten nicht schon einen Trumpf opfern um den ersten Stich zu machen. Das ist schon ein wesentlicher Unterschied.

Die Position spielt beim Schafkopf eine sehr wichtige Rolle und wird von den meisten Spielern total vernachlässigt und teilweise sogar ignoriert. Die meisten schauen nur auf die Karten und entscheiden ob sie spielen oder spritzen. Das ist allerdings nicht ausreichend und gerade bei Wenz oder Geier ist die Position oft fundamental. Doch auch beim Solo oder Farbwenz ist die Position wichtig.

Grundsätzlich fängt man natürlich immer beim Spieler an, der heraus kommt. Das ist der Ausspieler. Dann geht man im Uhrzeigersinn weiter. Der Spieler links vom Ausspieler ist der Spieler in 1. Position, der nächste der Spieler in 2. Position und der nächste der Spieler in letzter Position. Dieser kommt hinten drauf wie man so schön sagt.

Im Allgemeinen ist es am Güngigsten der Ausspieler zu sein. Zumindest wenn man selbst spielt, kann man direkt Trumpf anspielen und das Spiel dominieren. Die zweitbeste Position ist die letzte Position. Wenn man hinten drauf kommt, hat man viele Vorteile, egal ob man Spieler ist oder nicht.

Die beiden anderen Positionen sind ziemlich gleichwertig wobei die 1. Position wohl am schwierigsten zu bespielen ist. Man kann nur reagieren und hat noch zwei Spieler hinter sich, so dass man oft nicht weiß was los ist. Angenommen man spielt ein Solo und ist in 1. Position. Der Ausspieler spielt eine Sau aus, man selbst ist frei. In zweiter Position muss man dann schon einen guten Trumpf spielen um sicher zu sein den Stich zu machen und falls nicht: sehr teuer zu machen. Kommt man hingegen hinten drauf, kann man die Sau vielleicht sogar mit dem Trumpf Zehner stechen und meist schon über 30 Punkte einstecken – das ist in zweiter oder dritter Position nicht unbedingt möglich, zumindest sehr riskant wenn man es tut!

Du musst die Position beim Schafkopfen ständig im Kopf behalten. Du darfst nicht in allen Positionen gleich spielen. Es gibt Spiele, die sind eine absolute Oma wenn man raus kommt, aber nicht gewinnbar wenn man nicht rauskommt!

Was mir in letzter Zeit immer häufiger auffällt ist folgende Situation: Jemand spielt ein Solo und kommt hinten drauf. Derjenige Spieler, der rauskommt, spielt eine Sau aus. Was soll das? Naja, ich habe keine Ahnung warum manche auf die Idee kommen in dieser Situation eine Sau auszuspielen. Wo liegt das Problem?

  1. Der Spieler hat logischerweise eine Menge Trumpf und kann die Sau zusammen stechen wenn vorher niemand reingestochen hat. Warum soll jemand reinstechen wenn die Sau liegt? Eben, macht nicht viel Sinn.
  2. Wenn der Spieler hinten drauf kommt, hat er immer einen Positionsvorteil. Und je mehr Punkte in der Mitte liegen, desto besser für ihn wenn er einen Vorteil hat.
  3. Selbst wenn der Spieler einen Spotzen hat, die Sau also nicht stechen kann, wissen das die beiden Mitspieler, die vor ihm kommen ja nicht. Sie können demnach nicht erfolgreich Schmieren. Und wenn sie reinstechen, ist der Trumpf für die Katz gewesen.

Vielleicht gibt es noch mehr Gründe, aber diese drei Gründe reichen aus um zu zeigen, dass es totaler Blödsinn ist eine Sau auszuspielen wenn der Spieler hinten drauf kommt. Das gilt generell nur für ein Solo oder Farbwenz. Wenz oder Geier ist natürlich wieder komplett anders. In dieser Situation sollte man eine Sau ausspielen, vor allem wenn man selbst keine Trümpfe hat.

Bei einem Solo oder Farbwenz jedoch, darf man nur eine Sau ausspielen, wenn es gar nicht anders geht. Eine Sau auszuspielen ist immernoch besser als Trumpf oder ein Zehner zu dem man die Sau hat. Letzteres ist sogar noch viel schlimmer weil die beiden Mitspieler dann denken der Spieler hätte die Sau und stechen teuer rein.

In diesem Artikel möchte ich die gängigsten Schafkopf Begriffe erklären. Leider variieren diese auch von Region zu Region. Ich komme aus dem tiefsten Oberbayern und verwende sicherlich andere Begriffe als ein Oberpfälzer.

Aufstellen

Begriff für eine Erhöhung des Einsatzes nach der ersten Hälfte an ausgeteilten Karten. Synonym für Aufstellen ist Klopfen. Der Tarif verdoppelt sich wenn ein Spieler aufstellt.

Augen

Bezeichnung für die Wertigkeit einer Karte, oder eines oder mehrere Stiche. Eine Sau hat 11 Augen. Ein Stich mit Sau, Zehner, König und Neun hat insgesamt 25 Augen. Und

Ausspielen

Bezeichnung für das Spielen der ersten Karte. Auch, anspielen genannt.

Farbwenz

Beim Farbwenz sind Unter und eine ausgewählte Farbe Trumpf. Bei einem Herz Wenz also alle Unter und Herzen. Beim Farbwenz werden Laufende erst bei 3 Untern gezählt, nicht schon bei 2 Unter wie beim Wenz.

Geier

Beim Geier sind alle Ober Trumpf, ansonsten nichts.

Kontra

Beim Kontra kann der Nicht-Spieler den Einsatz verdoppeln zum Beispiel wenn er glaubt, dass er das Spiel gewinnt. Auf ein Kontra kann ein Re des Spielers folgen (siehe Re)

Laufende

Als Laufende bezeichnet man die Karten, die nach dem bisherigen Verlauf des Spiels unschlagbar sind. Der Eichel Ober ist bei einem Solo, Sauspiel oder Geier ein Laufender. Ist der Eichel Ober bereits weg, sind Gras Ober und Herz Ober laufende.

Re

Wenn der Nicht-Spieler ein Kontra gibt (siehe Kontra), kann der Spieler mit einem Re antworten und den Einsatz nochmal verdoppeln.

Solo

Beim Solo spielt ein Spieler alleine und darf sich die Farbe der Trümpfe aussuchen. Trumpf sind dann Ober, Unter und die Farbe, die er möchte. Bei einem Schellen Solo zum Beispiel Schelle.

Spritze

Siehe Kontra.

Wenz

Beim Wenz sind lediglich Unter Trumpf, ansonsten nichts. Beim Wenz werden die Laufende bereits nach 2 Untern gezählt. Spielt jemand einen Wenz mit Eichel und Gras Unter, hat er bereits zwei Laufende.