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Die meisten Spieler gehen nach der Devise “Niemals nachspielen!”. Das haben sie von Opa gelernt und da Opa ein guter Schafkopf Spieler war, muss das auch richtig sein. Aber wie alles beim Schafkopfen, gibt es kein schwarz oder weiß. Nachspielen ist nicht immer schlecht, sondern in manchen Situationen sogar das einzig richtige.

Schauen wir uns eine solche Situation an:

Wir müssen gegen einen Wenz spielen an einem kurzen Tisch und kommen heraus. Der Spieler ist direkt nach uns dran. Wir spielen die Schellen Sau, der Spieler gibt den Schellen Neuner zu, der nächste Mitspieler den Schellen Zehner und der nächste den Schellen Ober. Wir haben noch den Schellen König, es sind also alle Schellen im ersten Stich gefallen. Was sollen wir jetzt ausspielen? Richtig, den Schellen König, also nachspielen!

Warum? Weil der Spieler direkt nach uns kommt und keine Position hat.Der Schellen König ist sowas wie ein Trumpf bei dem man nicht zugeben muss. Und das ist immer gut wenn die Mitspieler Position auf den Spieler haben. Denn was kann passieren? Der Spieler nimmt den Stich entweder mit einem Unter, dann können sich unsere Mitspieler überlegen ob sie drüberstechen, oder ihm den Stich überlassen und sich abspatzen. Für den Spieler wird das ein teurer Stich, der ihm kaum Augen bringt. Und wenn der Spieler nicht sticht, dann können die Mitspieler schmieren wie blöd. Wir machen dann einen dicken Stich mit vielen Augen – nicht schlecht für nen Schellen König. Zudem können Sie sich dann abspotzen und wir können im nächsten Stich die Farbe ausspielen bei dir sich einer unserer Mitspieler frei gemacht hat.

Wie wir sehen ist in diesem Fall Nachspielen absoluter Trumpf auch wenn man manchmal von unbelehrbaren angegriffen wird im Chat. Aber das ist egal, darüber muss man stehen.

Nachspielen ist also immer dann richtig, wenn die Mitspieler Position auf den Spieler haben, also nach ihm kommen. Und natürlich wenn man weiß was noch da ist bzw. wenn eben nichts mehr da ist und man das Höchste der Farbe ausspielt.

In diesem Artikel möchte ich die gängigsten Schafkopf Begriffe erklären. Leider variieren diese auch von Region zu Region. Ich komme aus dem tiefsten Oberbayern und verwende sicherlich andere Begriffe als ein Oberpfälzer.

Aufstellen

Begriff für eine Erhöhung des Einsatzes nach der ersten Hälfte an ausgeteilten Karten. Synonym für Aufstellen ist Klopfen. Der Tarif verdoppelt sich wenn ein Spieler aufstellt.

Augen

Bezeichnung für die Wertigkeit einer Karte, oder eines oder mehrere Stiche. Eine Sau hat 11 Augen. Ein Stich mit Sau, Zehner, König und Neun hat insgesamt 25 Augen. Und

Ausspielen

Bezeichnung für das Spielen der ersten Karte. Auch, anspielen genannt.

Farbwenz

Beim Farbwenz sind Unter und eine ausgewählte Farbe Trumpf. Bei einem Herz Wenz also alle Unter und Herzen. Beim Farbwenz werden Laufende erst bei 3 Untern gezählt, nicht schon bei 2 Unter wie beim Wenz.

Geier

Beim Geier sind alle Ober Trumpf, ansonsten nichts.

Kontra

Beim Kontra kann der Nicht-Spieler den Einsatz verdoppeln zum Beispiel wenn er glaubt, dass er das Spiel gewinnt. Auf ein Kontra kann ein Re des Spielers folgen (siehe Re)

Laufende

Als Laufende bezeichnet man die Karten, die nach dem bisherigen Verlauf des Spiels unschlagbar sind. Der Eichel Ober ist bei einem Solo, Sauspiel oder Geier ein Laufender. Ist der Eichel Ober bereits weg, sind Gras Ober und Herz Ober laufende.

Re

Wenn der Nicht-Spieler ein Kontra gibt (siehe Kontra), kann der Spieler mit einem Re antworten und den Einsatz nochmal verdoppeln.

Solo

Beim Solo spielt ein Spieler alleine und darf sich die Farbe der Trümpfe aussuchen. Trumpf sind dann Ober, Unter und die Farbe, die er möchte. Bei einem Schellen Solo zum Beispiel Schelle.

Spritze

Siehe Kontra.

Wenz

Beim Wenz sind lediglich Unter Trumpf, ansonsten nichts. Beim Wenz werden die Laufende bereits nach 2 Untern gezählt. Spielt jemand einen Wenz mit Eichel und Gras Unter, hat er bereits zwei Laufende.