Tisch Selektion beim Schafkopfen

Sunday, August 21, 2011

Unter Tisch Selektion versteht man die Auswahl seines Tisches wo man spielt. Bei einem Turnier wird das natürlich schwierig, aber wenn man einfache Runden spielt, kann man sich sehr wohl aussuchen mit wem man spielen möchte und natürlich auch mit welchen Varianten. Dazu muss man nicht einmal eine Hand gespielt haben. Schauen wir uns zunächst einmal die Gegner an, die man wählen sollte.

Selektion der Gegner

Auf den großen online Schafkopf Seiten werden Punkte von Spielern angezeigt, die ausdrücken wie spielstark der Gegner ist. Zwar hat man damit sofort einen Eindruck wie stark er vermutlich ist, aber es bleibt eigentlich bei einer Vermutung. Denn zum einen kann ein Spieler mit wenigen Punkten einer sein, der sehr gut ist aber nur selten spielt. Das wäre bei mir zum Beispiel der Fall im Moment 😉 Umgekehrt ist es natürlich auch möglich: ein Spieler mit sehr vielen Punkten kann eigentlich total schlecht sein. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  1. Glück – Beim Schafkopfen ist der Vorteil eines guten Spielers nur sehr gering. Selbst wenn man einen Vorteil hat, ist die Tatsache, dass man manche Spiele zusammen mit schlechten Spielern spielt ausreichend um zu sehen, dass der Vorteil schnell verschwunden ist. Oder wie oft musstest du ein einfaches Sauspiel verlieren weil der Gegner einfach Mist gebaut hat? Oder bei einem Wenz oder Geier kann die Fehlerquelle noch viel größer sein. Gute Spieler setzen sich nur über sehr lange Strecken durch. Es müssen viele tausend Hände gespielt werden. Wer nach paar hundert Händen gut im Plus ist kann trotzdem schlecht spielen und durch Glück gewinnen. Seien es glückliche Spiele, die man normalerweise verliert, einfach gute Hände (Omas) oder Gegner, die einen mitziehen. Gründe gibt es viele.
  2. Gekaufte Punkte – Ja, es ist mittlerweile möglich Accounts mit vielen Punkten bei eBay zu kaufen. Das ist sogar alles andere als unüblich inzwischen und allzu teuer sind diese Accounts nicht. Warum jemand so etwas kauft? Gute Frage. Es kann sich dabei eigentlich nur ums Ego handeln. Man möchte einfach nicht von 0 anfangen und als Anfänger durchgehen.
  3. Zuviel Zeit – Wer 1 Million Punkte bei Sauspiel zusammen bekommt, hat definitiv zu viel Zeit. Selbst wenn derjenige sehr gut ist, es dauert ewig diese Punktzahl zu erreichen. Bessere Spieler haben vielleicht weniger Zeit und daher auch weniger Punkte…

Beides gute Gründe um zu sehen, dass viele Punkte nicht automatisch einen starken Spieler bedeuten.

Die Frage, die man sich jedoch stellen muss ist: Möchte ich mit scheinbar guten oder schlechten Spielern am Tisch sitzen. Das ist alles andere als einfach. Denn mit schlechten Spielern ist der Vorteil natürlich größer. Allerdings hat das Spielen mit schlechten Spielern zwei große Nachteile: Erstens lernt man das Spiel langsamer und kann seine Schafkopf Strategie weniger gut verfeinern. Man spielt einfach auf einem niedrigeren Niveau und niemand verbessert einen wenn man einen Fehler macht. Das finde ich persönlich extrem wichtig auch wenn man sich erstmal beleidigt fühlen mag. Zweitens ist Schafkopfen nicht immer ein Einzelspiel. Man muss viele Spiele mit einem schlechte Spieler bestreiten und kann nur hoffen, dass es gut geht. Jeder der bei einem Solo ein Kontra gibt und wo man weiß, dass es eine knappe Kiste wird, muss auf seine Mitspieler hoffen dass sie gut mitspielen. Andernfalls verliert man solche knappen Spiele, was sehr teuer werden kann.

Selektion der Varianten

Grundsätzlich muss man sich fragen ob man mit Geier und Farbwenz spielt, oder nicht. Für viele kommt ein Farbwenz gar nicht in Frage, aber er macht das Spiel schon wesentlich interessanter manchmal. Es ist aber auch Fakt, dass es mehr Spiele gibt, je mehr Varianten angeboten werden. Das liegt natürlich auf der Hand, aber viele verstehen nicht was das bedeutet: Mehr Spiele heißt auch eine größere Schwankung. Wenn du mit Geier und Farbwenz an kurzen Tischen spielst, musst du dich darauf einstellen, dass zu 90 % gespielt wird und viele Omas dabei sind, die richtig teuer werden können. Das kann zu deinem Vorteil sein, oder auch dagegen. Alles ist möglich und die Ausschläge gehen nach unten und nach oben. Es kann passieren in einer halben Stunde 10.000 Punkte zu gewinnen, aber auch zu verlieren. Dessen muss man sich bewusst sein.

Letzendlich muss man sich immer frgaen wo man den größten Vorteil hat. Denn das beeinflusst letzendlich den langfristigen Gewinn beim Schafkopfen. Schafkopfen ist sicherlich kein Spiel wie im Casino wo man eigentlich nur mit einem Casino Bonus eine Chance hat mit positivem Erwartungswert zu spielen. Es ist aber auch nicht so wie Pokern wo man es oft mit Gegnern zu tun hat, die kaum die Regeln können und das Geld nur um sich werfen. Das kann man beim Schafkopfen wiederum auch nicht erwarten.