Traum Ausspiele beim Solo

Wednesday, March 11, 2015

Ich frage mich häufig was eigentlich die idealen Ausspiele sind wenn man in zweiter oder dritter Position sitzt und man in der unangenehmen Lage ist hinter sich noch einen oder zwei Spieler zu haben. Ist man Farbfrei und es sind bereits Augen drin muss man eigentlich reinstechen. Die Frage ist dann wie hoch und wie wahrscheinlich ist es dass die Spieler nach mir ebenfalls frei sind und noch drüber stechen können? Da gibt es einfach vieles was mit dem ersten Stich bereits schief gehen und das Solo zum Scheitern bringen kann. Klassisches Beispiel ist wenn der Gegenspieler den Zehner ausspielt, der zweite den König und man mit Trumpf 10 oder gar Sau reinsticht, der Spieler nach einem aber ebenfalls frei ist und mit dem Schellen Unter einen richtig guten Stich machen kann. Dieses Szenario ist wahrscheinlicher als man zunächst denkt. Wenn die Gegenspieler klug sind halten sie die Sau zurück damit wir davon ausgehen, dass sie beim Spieler nach uns ist. In Wahrheit hat aber der Spieler, der rauskommt Sau, Zehner und 9, der Spieler danach König, 7, 8 und schon ist der Rest frei.

Hier haben wir einen Fall, der mir besonders gut gefällt:

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Das passiert wenn die beiden Spieler zuvor zu vorsichtig sind und gar keine Augen platzieren. Das ist ein großer Fehler, der mir ermöglicht die Gras 8 abzuspatzen und die mich für den zweiten Stich in Position bringt. Dann komme ich nämlich hinten drauf und kann als letzter entscheiden. Was eigentlich noch viel besser ist: Die Spieler gehen davon aus, dass ich mich mit Gras abgespatzt habe und werden diese Farbe kaum ausspielen beim zweiten. Das wäre eigentlich das einzige was mich stören würde, nämlich Gras mit einem grasfreien Gegenspieler, der meine Sau sticht und mich für den dritten Stich nicht mehr in Position bringt. Dann spielt er womöglich Eichel nach worauf ich zumindest den Eichel Unter legen müsste.

Aber hier kann man sehr gut mit der Psychologie spielen: Als Gegenspieler geht man automatisch davon aus, dass man diese Farbe nicht mehr hat wenn man sich “abspatzt”. Das kann man hier ideal ausnutzen. Es gibt kaum einen besseren Beginn für ein Solo wie diesen hier. Das Ergebnis war natürlich auch ein 2-Stich Schneider. Der wäre sicher nicht möglich gewesen wenn einer der Mitspieler zumindest mal Eichel König oder Eichel Zehn gesetzt hätte. Klar schenken sie mir dann auch Augen falls ich ihn nehme, aber sie geben mir zumindest nicht die Möglichkeit mich so günstig abzuspatzen. Manchmal muss man eben ein paar Augen “investieren” um später mehr zurück zu bekommen.

Wie ist eure Meinung dazu? Was ist eurer Meinung nach das beste Ausspiel bei einem Solo?

One Comment

  1. Schafkopf-Dozent says:

    Diese Frage höre ich häufig bei meinen Schafkopf-Kursen… Das beste Ausspiel bei einem Solo als Gegenspielter ist von so vielen Faktoren abhängig wie von der Position und natürlich dem eigenen Blatt. Ich würde z.B. eine lange Farbe anspielen, wo mir die Sau fehlt und hoffen, dass der Spieler sie hat und ein Mitspieler sie schlachten kann, wenn der Spieler hinter mir sitzt. Hockt jedoch der Spieler hinten, würde ich das weniger in Erwägung ziehen. Wenn der Spieler bekanntermaßen ein “Ratzenspieler” ist, würde ich eine alleinstehende Sau probieren, ob sie “läuft”.
    Interessant ist auch die Mitspieler zu beobachten: Sitzt einer angespannt und sucht Augenkontakt, schreit er mir förmlich zu “ich bin eine Farbe frei”. Wie bei allen Spielen vertraue ich dann auf meine Erfahrung und “Gefühl” :)